Eine Weiterführung der Strickwaffen ist die Waffenrock-Arbeit. Hierbei wollte ich vom Einzelobjekt der weichen Schusswaffe weggehen und Kleidung mit Ornamenten entwickeln. Ich wollte die Bekleidung in eine neue Ebene bringen, zwar habe ich mich farblich an dem traditionellen Schützengrün orientiert, wählte aber neue Farbnuancen, die eine Kombination vereinfachten. Neben neu und second-hand gekauften Kleidungsstücken, wählte ich auch solche, die ich in meinem Kleidungsschrank fand. Ich empfand es als wichtig, dass auch hier meine persönliche Note mitklang. Außerdem soll der Betrachter das Verlangen haben, die Kleidung anfassen und anprobieren zu wollen. Stoff ist durch seinen weichen Charakter für den absoluten Hautkontakt gemacht. Daher sind Objekte, die aus Textilien bestehen, besonders dem haptischen Reiz ausgesetzt.

Auf die Kleidungsstücke, wie T-Shirt, Weste, Bluse und Rock, stickte ich in ornamentaler Weise die 9mm Waffe als unterbrochene, aber klare Umrisslinie darauf. Als Garn wählte ich die gleiche Wolle wie bei den Strickwaffen, da diese durch ihre Dicke und Farbigkeit besonders gut zur Geltung kommt. Auch in diesen Arbeiten spielt das Ornament eine Rolle. Ein Spiel zwischen gewollter und zufälliger Positionierung herrscht. Diese Tatsache lässt sich auch als Bezug auf meine Schießbilder sehen, die durch gezielt willkürliches Schießen entstanden sind. In der Waffenrock Arbeit aber, steht die Harmlosigkeit des Ornamentes in Kombination mit dem Schießen. In gewisser Weise wird dadurch ein aggressiver Akt verharmlost. Indem die Silhouette auf der Kleidung sichtbar wird und die Kleidung in einer gewissen Reihung hängt, wird ein Verlauf sichtbar, der die Waffe ‚tanzen‘ lässt. Diese ornamentale Anordnung zeugt von einer Leichtigkeit im Umgang mit dem Thema, die sich nicht nur in dieser Arbeit wiederfindet.