In dieser Arbeit geht es um meine Person, ich bin diejenige, die die Waffe hält und man sich fragen muss, ob ich noch ziele oder bereits geschossen habe, bzw. ob die Waffe überhaupt geladen ist. Ich habe die Macht und bin in der Position zu entscheiden. Alle anderen können nur abwarten und bleiben ungewiss. Auf den Fotografien erkennt man mich schematisch im Hintergrund, diese Inszenierung ist bewusst, denn der Rezipient soll die Frau wahrnehmen, die eine Waffe in den Händen hält, welche genau auf ihn gerichtet ist. Nach dem ersten Schreck, der durch die Wahrnehmung der Waffe auftritt, untersucht der Betrachter das Bild womöglich genauer. Nicht nur das Geschlecht der Person im Hintergrund wird deutlich, sondern auch die Stimmung, welche von den Fotografien ausgestrahlt wird, ist erkennbar. Die Inszenierung im warmen Sonnenlicht, die rosafarbene Bekleidung und die akkurat lackierten Fingernägel stehen im harten Gegensatz zu der Bedrohung, die von dem Mittelpunkt des Bildes auszugehen scheint. Hinzu kommt der Aspekt der Größenordnung, die weibliche Person nimmt das ganze Bild ein, wird sogar noch angeschnitten, dadurch entsteht ein weiterer Gesichtspunkt der Macht, der mit dem Sujet korrespondiert. Die Perspektive in der man die Person sieht, ist frontal mit leichter Untersicht, der Betrachter befindet sich auf Augenhöhe mit der Mündung der Waffe, wodurch die Machtverhältnisse noch einmal unterstrichen werden.